Kimono Arten

Die wichtigsten Merkmale der unterschiedlichen Kimono-Arten

Der Tomesode ist für verheiratete japanische Frauen die formellste Art der Bekleidung. Heute wird er ausschließlich zu Hochzeiten oder besonderen Feierlichkeiten getragen. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Erscheinungsformen des Tomesode.

Der Kuro Tomesode ist ein sehr formeller Kimono, der Schwarz als Grundfarbe hat. Wenn überhaupt Muster vorhanden sind, befinden sie sich ausschließlich am unteren Rand. Die Ärmel sind eher kurz und reichen bei ausgebreiteten Armen maximal bis zur Hüfte. Brust, Rücken und Ärmel sind mit Kamon (Familienwappen) versehen. Je nach Wichtigkeit des Anlasses trägt man den Kuro Tomesode mit drei oder fünf Kamon. Eine Abwandlung dieses formellen Kimonos ist der Iro Tomesode. Sowohl der Schnitt als auch die Muster und Kamon sind genauso wie beim Kuro Tomesode. Allerdings ist die Grundfarbe dieses Kimonos zwar einfarbig, aber nicht schwarz.

Sowohl für ledige als auch für verheiratete japanische Frauen sind die Kimonos mit den Bezeichnungen Tsukesage, Houmongi und Iromuji geeignet. Der Tsukesage weist ein eher dezentes Muster auf, das überwiegend von der Taille an abwärts und auf einem Ärmel zu sehen ist. Befindet sich auf dem Rücken ein Kamon, hat der Tsukesage einen erhöhten formellen Wert. Diese Form des Kimonos wird nach dem Bemalen der Stoffballen vernäht. Anders verhält es sich mit dem Houmongi. Hier wird zuerst der Kimono provisorisch vernäht und dann bemalt. Anschließend trennt man die Nähte wieder auf und färbt den Stoff ein. Erst danach wir der endgültige Kimono gefertigt. Ein Houmongi ist ein einfarbiger Kimono, der Muster auf der unteren Hälfte und auf einem Ärmel aufweisen darf. Auf dem Rücken können sich, je nach Anlass, ein oder drei Kamon befinden. Japanische Frauen tragen den Houmongi als Gäste bei Hochzeiten oder bei halboffiziellen Besuchen. Ganz ohne Muster kommt dagegen der Iromuji aus. Der Stoff ist einfarbig, kann aber strukturiert sein. Je nachdem, zu welchem Anlass der Iromuji getragen werden soll, kann der Kimono ein, drei oder fünf Kamon (Familienwappen) aufweisen.

Für den normalen Alltag wird ein einfacher Kimono benötigt. Sowohl verheiratete als auch ledige Frauen tragen den Komon oder auch den Edokomon als Kimono. Der Komon besteht aus einem durchgehend gemusterten, aber sehr feinen Stoff. Dabei ist es traditionell wichtig, dass sich die Muster auf dem ganzen Kimono wiederholen. Der Edokomon unterscheidet sich im Schnitt überhaupt nicht vom Komon. Allerdings wird hier ein so extrem feiner Stoff verwendet, dass man diesen Kimono von Weitem auch mit einem Iromuji, also einem einfarbigen Kimono verwechseln könnte.

Eine ganz besondere Bedeutung kommt in Japan den traditionellen Hochzeitskimonos zu. Sie können sowohl bunt gemustert (Uchikake) als auch einfarbig weiß und mit Symbolen verziert sein (Shiromuku). Der Uchikake-Kimono besteht aus besticktem Seidenbrokat. Das Material ist sehr schwer und in der Regel sind Glück bringende Symbole eingewebt. Rot ist die beliebteste Grundfarbe, aber es gibt auch Uchikake-Kimonos, die einen schwarzen oder andersfarbigen Untergrund aufweisen. Die Verzierungen, die dem Brokat sein hochwertiges Aussehen verleihen, werden mit Gold- und Silberfäden hergestellt. Bei diesem Hochzeitskimono fallen die Ärmelschleppen bei ausgebreiteten Armen bis auf den Boden. Eine Kopfbedeckung wird zum Uchikake nicht getragen. Die Braut erhält aber einen zum Kimono passenden prachtvollen Haarschmuck. Zum Anlegen des Kimono ist die Braut auf eine Anlegehilfe angewiesen. Im alten Japan hatten nur adelige Frauen und die Ehefrauen der Samurai das Recht, einen Uchikake-Kimono zu tragen. Der Shiromuku-Kimono wird ebenfalls aus Seidenbrokat angefertigt. Hierbei handelt es sich aber um einen weißen Kimono. Eingewebt werden Symbole, die Glück bringen sollen. Der Shiromuku ist der traditionelle Hochzeitskimono. Wie der Uchikake auch ist der Shiromuku sehr lang und muss beim Gehen gerafft werden. Als Kopfschmuck für die Braut dient hier eine weiße Haube.

Grundsätzlich versteht man unter einem Kimono ein traditionelles japanisches Kleidungsstück, das ohne Verschlüsse gearbeitet ist. Während ein Männerkimono in der Regel nur aus fünf Teilen besteht, weisen Kimonos für Frauen oft elf und mehr einzelne Teile auf. Dabei gilt die Regel, je offizieller der Anlass ist, umso schwieriger wird es für die Frau, den Kimono allein anzuziehen. Professionelle Anlegehilfen sind also auch im modernen Japan noch gefragt.

Es ist in Japan Tradition, dass man auch an der Bekleidung erkennt, ob eine Frau ledig oder verheiratet ist. Der Furisode ist ein Kimono, der nur von ledigen Frauen getragen wird. Er ist sehr bunt und weist viele unterschiedliche Muster auf. Die Ärmelschleppen sind lang und können bei ausgebreiteten Armen bis zum Boden reichen. Der Furisode ist der formellste Kimono für unverheiratete Frauen. Eine Abwandlung dieser Kimonoart bezeichnet man als Kofurisode oder Koburisode. Schnitt und Muster entsprechen exakt dem Furisode-Kimono. Allerdings sind die Ärmel mit 75 cm wesentlich kürzer gehalten und deshalb im Alltag auch praktischer.

Auch in der Freizeit werden in Japan Kimonos getragen. Dabei zeigt sich der Yukata als geeignet für Männer und Frauen. Er besteht in der Regel aus Baumwolle oder Leinen, ist sehr leicht und nicht gefüttert. Blau-Weiße Muster sind üblich für den Yukata-Kimono. Im Sommer und bei japanischen Straßenfesten sieht man ihn auch heute noch sehr häufig. In Hotels wird der Yukata auch als eine Art Morgenmantel für die Gäste bereitgelegt. Während Männer immer einen schmalen Obi für ihren Kimono verwenden, dürfen japanische Frauen das nur zuhause oder im Hotel tun. In der Öffentlichkeit verwenden sie auch für den Yukata immer den breiten, schärpenartigen Obi, der traditionell zu einem japanischen Kimono gehört.

Ein besonders schöner Kimono ist der Montsuki. Hierbei handelt es sich um einen sehr leichten Kimono aus Seide, der ein, drei oder fünf Kamon aufweisen kann. Traditionelle ist der Montsuki aus schwarzem Stoff mit weißen Symbolen gefertigt.

Auch japanische Kinder haben ihre eigenen Kimonoformen. Der Hitotsumi ist ein langer Kimono für Kinder, der häufig zu Festlichkeiten getragen wird. Vier- bis Dreizehnjährige tragen in der Regel einen Yotsumi-Kimono mit kürzeren Ärmeln.

Mit dem Begriff Mofuku bezeichnet der Japaner ganz allgemein die Trauerbekleidung. Hier kann durchaus auch westliche Bekleidung wie ein schwarzer Anzug oder in schwarzes Kleid gemeint sein. Im traditionellen japanischen Sprachgebrauch ist Mofuku jedoch die Bezeichnung für einen Trauerkimono, den Männer und Frauen bei der Beerdigung naher Verwandter tragen. Der Stoff ist schwarz und weist keinerlei Muster auf. Auch der Obi, ob schmal für die Männer oder breit für die Frauen, ist schwarz und ohne Verzierungen. Den Mofuku gibt es, wie nahezu alle Kimono-Arten in einer einheitlichen Größe. Durch entsprechende Faltungen wird der Mofuku-Kimono dann an die Figur seines Trägers oder seiner Trägerin angepasst. Dazu tragen Männer und Frauen in der Regel weiße Tabi. Tabi ist eine traditionelle japanische Fußbekleidung aus einem sehr festen Gewebe mit einer Zehenunterteilung für den großen Zeh. Die Sohle ist meist etwas dicker gearbeitet und die Fußbekleidung wird mit Haken und Ösen über der Ferse geschlossen. Tabi eignen sich auch, wenn Getas, die traditionellen japanischen Holzsandalen getragen werden. Im Trauerfall muss auch die passende Unterbekleidung für den Mofuku auf jeden Fall aus schwarzem Stoff sein.