Kimono Stoffe

Stoffe für den Kimono

Wer sich mit traditioneller japanischer Bekleidung beschäftigt, kommt nicht umhin, sich auch mit Farben, Mustern und Stoffen für Kimonos auseinanderzusetzen. Der Schnitt eines traditionellen japanischen Kimono bietet so gut wie gar keine Variationsmöglichkeiten. Deshalb kommt der Auswahl der Stoffmuster, der Stoffqualität und auch der Farben eine besondere Bedeutung zu. Im Grund erzählt so jeder Kimono seine ganz eigene Geschichte.

Welche Stoffe werden für Kimonos gewählt?

Im alten Japan bestimmte die Stoffauswahl den Status des Trägers. Sie gab auch Auskunft über das Alter, den Familienstand und die Jahreszeit, zu der der Kimono getragen wurde. Eine Missachtung dieser Regeln war nach japanischer Tradition undenkbar. Allerdings galten diese besonderen Kriterien ausschließlich bei Angehörigen der gehobenen Bevölkerungsschichten. Am Kaiserhof, in den Häuser der Shogun und Daimyo und bei reichen Handelsfamilien wurde auf diese Traditionen allerdings sehr großer Wert gelegt. Die modernen Japaner kennen sich inzwischen zum größten Teil nur noch sehr unzureichend mit der Bedeutung von Stoffen, Mustern und Farben für Kimonos aus. Allerdings achten sie immer noch sehr darauf, dass der Kimono sowohl zum Alter des Trägers als auch zum Anlass passend gewählt wird. Wer als Nicht-Japaner in der Gegenwart von Japanern einen Kimono tragen möchte, sollte sich auf jeden Fall beraten lassen, um nicht das Feingefühl und Traditionsbewusstsein seiner Gastgeber zu verletzen.

Kimonostoffe in Japan wurden lange zeit ausschließlich in Handarbeit hergestellt. Inzwischen gibt es natürlich eine maschinelle Textilproduktion, aber besonders hochwertige Kimonos werden nach wie vor aus handgewebten Stoffen gemacht. So ist es nicht verwunderlich, dass Kimonos häufig ausgesprochen teuer sind.

Japan kennt Kombinationen von Stoffen und Webarten, die im westlichen Teil der Welt überhaupt nicht vorzufinden sind. So wird für die Herstellung des Yukata-Kimonos, der in der Freizeit oder beim Sport getragen wird, zum Beispiel eine Mischung aus Hanf und Abaca in Verbindung mit Leinen verwendet. Für die formelle Bekleidung waren Seide und Seidenbrokat die geeigneten Stoffe. Etwa ab dem 17. Jahrhundert wurde auch importierte Baumwolle verwendet. Heute wird für das Herstellen eines Kimonos auch auf Twill, Satin und Crêpe benutzt. Die heute gebräuchlichen Stoffe für einen Kimono weisen nur noch einen leichten Glanz auf. Atlas-Satin, wie er im alten Japan häufig verwendet wurde, ist hochglänzend und bringt Farben und Muster exzellent zur Geltung. Üblich ist heute die Verwendung von dicken, aber geschmeidigen Stoffen aus Garn, dass beim Spinnen überdreht wurde und so ein leicht wellenförmiges Muster erzeugt. Preiswertere Alltagskimonos bestehen aus synthetischen Materialien, für hochwertige Kimonos zu formellen Anlässen ist nach wie vor Seide das Mittel der Wahl. Es sind aber in Japan auch immer noch Stoffe nach alter Tradition aus Hanfleinen und anderen groben Materialien erhältlich. Sie werden in bestimmten Regionen des Landes nach wie vor in Handarbeit gefertigt. Dabei liegen die Preise inzwischen deutlich über dem Preis für Seidenstoffe.

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