Taiko-Wickelmethode

Einen Kimono nach der Taiko Wickelmethode anziehen

Taiko bedeutet frei übersetzt „Trommel“. Damit ist der Knoten des Obi gemeint. Die Taiko-Methode ist die Einzige, die Frauen im modernen Japan noch in Kursen lernen, weil sie für fast alle Kimonoarten geeignet ist. Bevor man den Kimono sachgerecht anlegen kann, muss man sich alle Zubehörteile bereitlegen. Benötigt werden dazu neben dem eigentlichen Kimono:

  • Juban oder Nagajuban – ein Untergewand, bodenlang oder halblang, dass über der Unterwäsche, aber unter dem Kimono getragen wird.
  • date-jime – ein Taillenband mit Klettverschluss. Es wird je eines für das Untergewand und eines für den Kimono benötigt.
  • Obi – ein steifer Gürtel, der beim Frauenkimono etwa 30 cm breit und drei bis dreieinhalb Meter lang ist. Dabei sind die ersten 2 Meter auf Hälfte gefaltet.
  • Obi-age – ein Schal, der ebenfalls etwa 30 cm breit und drei Meter lang ist. Ersatzweise kann hier auch ein passender Chiffonschal verwendet werden.
  • Zwei weitere Bänder, die später nicht sichtbar sind. Sie können aus den Stoffresten gemacht werden, die beim Nähen des Kimonos übrig geblieben sind.
  • Obi-jime – eine Schnur, die etwa 1 cm dick und ca. 1,30 m lang sein sollte• Obi-ita – dünne, aber steife Pappe, Abmessungen circa 10×30 cm.
  • Obi-makura oder ersatzweise odaiko – ein Kissen, das die Trommel hochhält. Man kann auch einen Stoffschlauch von 20 cm Länge und fünf Zentimeter Durchmesser verwenden• Tabi – Fußbekleidung mit einer Abteilung für den Großzeh
  • Zori oder Getas – original japanische Schlappen oder Holzsandalen

Einen japanischen Kimono anziehen

Als Erstes werden die Tabi und das Untergewand angezogen. Dabei muss grundsätzlich die linke Seite über die rechte gefaltet werden. Wenn das Untergewand straff am Körper sitzt, wird es mit einem Band oder einer dünnen Schärpe gebunden. Nun wird der eigentliche Kimono angezogen. Es muss darauf geachtet werden, dass die Ärmel des Untergewandes glatt gezogen werden und keine Falten bilden.

Nun wir der Kimono so weit hochgezogen, dass der Saum bis zu den Knöcheln der Trägerin reicht. Der Kimono wird genau wie das Untergewand geschlossen, indem man die linke Seite über die rechte Seite legt. Dabei sollte der Kragen des Kimono etwa bis zur Hüfte reichen. Es ist darauf zu achten, dass der Saum der linken Kimonoseite nicht unter der rechten Saumseite hervorschaut. Mit einer weiteren Schärpe oder einem Band wird der Kimono nun gebunden. Die überschüssige Länge wird in einer Falte über das Bindeband gelegt und glatt gestrichen. Der Kragen wird so gerichtet, dass ein kleines Stück vom Untergewand zu sehen ist.

binden eines Kimonos mit Obi -GürtelDas richtige Binden des Obi ist ausgesprochen kompliziert. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass japanische Frauen auf eine professionelle Anlegehilfe zurückgreifen, wenn sie einen Kimono für formelle Anlässe anlegen. Lediglich die Alltagskimonos oder die Freizeitkimonos können sie problemlos allein anlegen. Professionelle Anlegehilfen arbeiten in Japan in Frisiersalons oder Kosmetikstudios. Sie machen aber auch Hausbesuche, um einen Kimono professionell anzulegen.

Als Letztes wird nun die Fußbekleidung, Zori oder Getas, angelegt und der Kimono ist fachgerecht angezogen. Bei Gehen ist darauf zu achten, dass sich die Knie jederzeit berühren. Dadurch entsteht der bei den Japanern bevorzugte, etwas schlurfende Gang, der als elegant gilt.