Die wichtigsten Merkmale der unterschiedlichen Kimono-Arten (Teil 2)
Grundsätzlich versteht man unter einem Kimono ein traditionelles japanisches Kleidungsstück, das ohne Verschlüsse gearbeitet ist. Während ein Männerkimono in der Regel nur aus fünf Teilen besteht, weisen Kimonos für Frauen oft elf und mehr einzelne Teile auf. Dabei gilt die Regel, je offizieller der Anlass ist, umso schwieriger wird es für die Frau, den Kimono allein anzuziehen. Professionelle Anlegehilfen sind also auch im modernen Japan noch gefragt.
Es ist in Japan Tradition, dass man auch an der Bekleidung erkennt, ob eine Frau ledig oder verheiratet ist. Der Furisode ist ein Kimono, der nur von ledigen Frauen getragen wird. Er ist sehr bunt und weist viele unterschiedliche Muster auf. Die Ärmelschleppen sind lang und können bei ausgebreiteten Armen bis zum Boden reichen. Der Furisode ist der formellste Kimono für unverheiratete Frauen. Eine Abwandlung dieser Kimonoart bezeichnet man als Kofurisode oder Koburisode. Schnitt und Muster entsprechen exakt dem Furisode-Kimono. Allerdings sind die Ärmel mit 75 cm wesentlich kürzer gehalten und deshalb im Alltag auch praktischer.
Auch in der Freizeit werden in Japan Kimonos getragen. Dabei zeigt sich der Yukata als geeignet für Männer und Frauen. Er besteht in der Regel aus Baumwolle oder Leinen, ist sehr leicht und nicht gefüttert. Blau-Weiße Muster sind üblich für den Yukata-Kimono. Im Sommer und bei japanischen Straßenfesten sieht man ihn auch heute noch sehr häufig. In Hotels wird der Yukata auch als eine Art Morgenmantel für die Gäste bereitgelegt. Während Männer immer einen schmalen Obi für ihren Kimono verwenden, dürfen japanische Frauen das nur zuhause oder im Hotel tun. In der Öffentlichkeit verwenden sie auch für den Yukata immer den breiten, schärpenartigen Obi, der traditionell zu einem japanischen Kimono gehört.
Ein besonders schöner Kimono ist der Montsuki. Hierbei handelt es sich um einen sehr leichten Kimono aus Seide, der ein, drei oder fünf Kamon aufweisen kann. Traditionelle ist der Montsuki aus schwarzem Stoff mit weißen Symbolen gefertigt.
Auch japanische Kinder haben ihre eigenen Kimonoformen. Der Hitotsumi ist ein langer Kimono für Kinder, der häufig zu Festlichkeiten getragen wird. Vier- bis Dreizehnjährige tragen in der Regel einen Yotsumi-Kimono mit kürzeren Ärmeln.
Mit dem Begriff Mofuku bezeichnet der Japaner ganz allgemein die Trauerbekleidung. Hier kann durchaus auch westliche Bekleidung wie ein schwarzer Anzug oder in schwarzes Kleid gemeint sein. Im traditionellen japanischen Sprachgebrauch ist Mofuku jedoch die Bezeichnung für einen Trauerkimono, den Männer und Frauen bei der Beerdigung naher Verwandter tragen. Der Stoff ist schwarz und weist keinerlei Muster auf. Auch der Obi, ob schmal für die Männer oder breit für die Frauen, ist schwarz und ohne Verzierungen. Den Mofuku gibt es, wie nahezu alle Kimono-Arten in einer einheitlichen Größe. Durch entsprechende Faltungen wird der Mofuku-Kimono dann an die Figur seines Trägers oder seiner Trägerin angepasst. Dazu tragen Männer und Frauen in der Regel weiße Tabi. Tabi ist eine traditionelle japanische Fußbekleidung aus einem sehr festen Gewebe mit einer Zehenunterteilung für den großen Zeh. Die Sohle ist meist etwas dicker gearbeitet und die Fußbekleidung wird mit Haken und Ösen über der Ferse geschlossen. Tabi eignen sich auch, wenn Getas, die traditionellen japanischen Holzsandalen getragen werden. Im Trauerfall muss auch die passende Unterbekleidung für den Mofuku auf jeden Fall aus schwarzem Stoff sein.














